Inbetriebnahme
Dieser Abschnitt enthält detaillierte Informationen für die Erstinbetriebnahme Ihres OBP60.
Die geht am einfachsten, wenn das Gerät noch nicht im Boot eingebaut ist. Dazu wird das Gerät über die hintere Steckerleiste mit Strom versorgt, Sie können dann ersten Einstellungen vorzunehmen. So können Sie die Funktionalität testen, bevor Sie das Gerät im Boot einbauen.
Hinweis
Es reicht meist nicht aus, das Gerät nur über USB-C mit Strom zu versorgen, da dann nicht alle Funktionen des OBP60 zur Verfügung stehen.
Schutzkonzept
Das OBP60 verfügt über ein mehrstufiges Schutzkonzept. Das soll verhindern, dass sich Störungen im Versorgungsnetz und auf den Datenleitungen im System ausbreiten. Damit wird sichergestellt, dass das OBP60 trotz Störungen nicht komplett ausfällt und in wichtigen Teilen weitestgehend funktionsfähig bleibt. Um dies zu erreichen, sind die Bussysteme:
NMEA2000
NMEA0182
I2C
vom Bordnetz isoliert aufgebaut.
Warnung
Bitte beachten Sie, dass der 1Wire-Bus gegenüber Störungen nicht geschützt ist und entsprechend durch Schirmung geschützt werden muss. Daher sollten für die Leitungen des 1Wire-Bus nur abgeschirmte Kabel verwendet werden. GND darf mit keinen weiteren externen Schaltungsteilen verbunden werden, denn GND dient ausschließlich als Masseleitung für den 1Wire-Bus.
Abb.: Schutzkonzept
Im OBP60 ist dazu eine zusätzliche 5V-Stromversorgung enthalten, die die isolierten Schaltungsteile versorgt. Diese zusätzliche Stromversorgung hat die Ausgänge +5Viso und GND2, die am Steckverbinder CN1 und CN2 anliegen. Über diese können auch externe Schaltungen bis 200 mA versorgt werden.
Warnung
Verbinden Sie die unterschiedlichen Massepotenziale GNDS, GND, GND2 und Shield niemals miteinander! Dadurch geht die Isolations- und Schutzwirkung verloren. Die Massepotenziale dürfen nicht gleichberechtigt verwendet werden.
Die unterschiedlichen Massepotenziale haben folgende Bedeutung:
GNDS- Masse der VersorgungsspannungGND- Interne Masse der ElektronikGND2- Masse der isolierten Bus-ElektronikShield- Schutzleiter für die Kabelschirmung
Im folgenden Bild sind die geschützten und ungeschützten Anschlüsse zu sehen.
Abb.: Sichere und unsichere Bereiche
Stromversorgung 12V/24V
Die Stromversorgung des OBP60 erfolgt über den Steckverbinder CN2. Bitte benutzen Sie dafür die Anschlüsse +12V und GNDS.
Beim Zuschalten der Versorgungsspannung schaltet sich das OBP60 automatisch ein. Es gibt keinen gesonderten Ein- oder Ausschalter am Gerät. Benutzen Sie für die Stromversorgung die Anschlüsse +12V und GNDS. Dabei wird +12V mit dem positiven Pol der Batterie verbunden und GNDS mit dem negativen Pol. Diese Anschlüsse für die Stromversorgung sind:
verpolungssicher
kurzschlussfest
überspannungssicher
ESD-geschützt
Der zulässige Spannungsbereich liegt im Bereich 10V - 28V.
Abb.: Stromversorgung
Das OBP60 kann in 12V- und in 24V-Bord-Versorgungsnetzen verwendet werden. Bei Spannungen höher als 28V wird die interne Sicherung im Gerät ausgelöst.
Warnung
Verwenden Sie für die Verkabelung der Stromversorgung Kabelquerschnitte von 0,5…0,75 mm². Die Kabel sollten direkt an der Schalttafel aufgelegt sein und keine weiteren Abgänge für andere Geräte enthalten. Kabelüberlängen sollten vermieden werden. Wird der Strom an anderen Geräten abgezweigt oder sind die Kabelquerschnitte zu gering oder die Versorgungsleitungen zu lang, so kann es Probleme beim Einschalten des OBP60 geben.
In einigen Situationen ist es günstiger, die Stromversorgung direkt über den NMEA2000-Bus vorzunehmen. Dies setzt aber eine korrekte Installation des NMEA2000-Buses voraus. Dann entfällt die Verkabelung der Stromversorgung zu einer Schalttafel. Nähere Details dazu finden Sie im Kapitel Bussysteme.
Bemerkung
Im Gerät ist eine selbst rückstellende Sicherung verbaut, die bei zu hohem Stromverbrauch die Versorgungsspannung selbständig trennt. Sie können die Sicherung zurücksetzen, indem Sie die Stromversorgung zum OBP60 trennen und den Grund des übermäßigen Stromverbrauchs beseitigen. Danach warten Sie einige Minuten und schalten dann die Versorgungsspannung wieder ein.
Wichtig
Die interne Sicherung im OBP60 schützt nur das Gerät und nicht die Versorgungsleitungen! Daher sollte die bereitgestellte Stromversorgung des OBP60 im Bordnetz mit einer zusätzlichen Sicherung von mindestens 5A abgesichert werden. Das erfolgt typischerweise über die Schalttafel, über die die Stromkreise im Boot geschaltet werden können. So vermeiden Sie Brände zum Beispiel durch aufgescheuerte oder überhitzte Versorgungsleitungen.
Stromversorgung USB-C
Das OBP60 kann auch über USB-C mit Strom versorgt werden. Der USB-Anschluss muss aber ausreichend Spannung von 5.1V und Strom bis 1 A liefern können. Der USB-Anschluss am OBP60 verfügt über einen Rücklaufschutz, so dass gleichzeitig 12V/24V und 5V über den USB-Port eingespeist werden können.
Bemerkung
Viele USB-Computeranschlüsse verfügen nicht über einen ausreichend hohen Ausgangsstrom und teilen sich den Strom mit mehreren Anschlüssen. Das kann dazu führen, dass das OBP60 nicht direkt von einem PC aus mit Strom versorgt werden kann. Auch die Kabelqualität und Kabellänge ist entscheidend. Einige Kabel haben zu geringe Querschnitte und erzeugen einen hohen Spannungsabfall auf den Leitungen. Die Spannung ist dann am USB-C-Ausgang zu gering. Benutzen Sie in solchen Fällen den zusätzlichen 12V-Eingang an CN2 zur Stromversorgung.
Zum Testen, ob die USB-C-Versorgung genügend Spannung und Strom liefert, kann man ein USB-C Diagnosegerät verwenden. Das Diagnosegerät wird am Eingang des OBP60 angesteckt und das USB-C Stromversorgungskabel in das Diagnosegerät gesteckt. Auf dem Display kann die bereitgestellte Spannung und der aktuelle Stromverbrauch abgelesen werden. Die Spannung sollte bei mindestens 5.0 V liegen. Der Strom variiert dabei je nach Stromverbrauch.
Hinweis
Je nach verwendeten USB-C Diagnosegerät kann es sein, dass nur die Stromversorgungspins angeschlossen sind aber keine Daten übertragen werden können. Wenn Sie eine Kommunikation über USB-C benötigen, müssen Sie das Diagnosegerät wieder entfernen.
Abb.: USB-C Diagnosegerät
Einbau
Der Einbau des OBP60 erfolgt über die Rückseite. Zum Anzeichnen der Öffnung und der Löcher in der Cockpitwand kann die Moosgummidichtung als Schablone benutzt werden. Vor der Montage des OBP60 ist die Rückseite abzunehmen. Die 2 Sechskantschrauben werden in die dafür vorgesehenen Vertiefungen eingeführt und gegen Herausfallen gesichert. Prüfen Sie vor dem Einbau, ob die Länge der M5x25 Schrauben ausreichend ist. Gegebenenfalls ersetzen Sie die Schrauben in passiger Länge.
Warnung
Die Köpfe der Sechskantschrauben sollten in den Vertiefungen eingeklebt werden, damit sie beim Einbau nicht in das Gehäuseinnere geschoben werden und dort einen Kurzschluss auf der Platine verursachen können.
Danach wird das Gehäuse wieder vollständig zusammen gebaut.
Vor der Montage wird zwischen Rückseite und Cockpitwand eine 2 mm dicke Moosgummidichtung platziert. Die Moosgummidichtung kann Unebenheiten der Oberfläche in gewissen Grenzen ausgleichen. Mit den Unterlegscheiben und den Muttern befestigt man das OBP60.
Warnung
Ziehen Sie die Muttern nicht zu fest an. Die Verdrehsicherung oder die Rückwand können beschädigt werden.
Abb.: Geräteeinbau in Cockpitwand
Hinweis
Die GPS-Antenne des GPS-Empfängers befindet sich links oben in der Ecke auf der Rückseite des OBP60 (von hinten gesehen). Hinter der Anbaufläche sollten sich keine großflächigen Metallteile befinden. Die Metallteile können den GPS-Empfang stören oder unmöglich machen. Wenn Sie Empfangsprobleme haben, können Sie eine externe GPS-Antenne benutzt.